Schriftstellerin
Als Philippa Jordan schreibe ich Krimis. Mein erster Krimi "Mord auf Belford Castle" ist am 31. August 2023Â im Piper Verlag erschienen.

MORD AUF BELFORD CASTLE
Philippa Jordan
„Es gibt nicht viel, was einem die Ferien so verhageln kann wie eine Leiche.“Â
Als ihre Enkelin sie zu Ferien mit Buchclub auf dem Land überreden möchte, reagiert die 70-jährige Minna zunächst ablehnend. Aber warum nicht ein paar Wochen auf einem alten englischen Herrensitz verbringen und Krimis lesen? Doch kaum ist Minna auf Belford Castle angekommen, wird im Schlossgarten eine Leiche gefunden. Es ist der schweigsame Butler des Hausherrn, an seinem Körper kein Anzeichen von Gewalteinwirkung. Während die Polizei noch rätselt, ob der alte Mann eines natürlichen Todes gestorben sein könnte, ist Minna sich sicher: Es war Mord! Kurz entschlossen nehmen die vier Mitglieder des Buchclubs die Ermittlungen selbst in die Hand.
Mord auf Belford Castle
Es war ein Haus voller Bücher. Minna nahm die Sonnenbrille ab und blinzelte. Nein, nicht voller Bücher. Voller Kriminalromane. Minna hatte ihre Begeisterung nicht zeigen wollen, aber ihr Mund klappte von ganz allein auf. Sie hoffte, sie würde keine Fliegen damit fangen, während sie ihren Kopf in alle Richtungen drehte, um die dicht an dicht stehenden Bücherregale zu betrachten. Sie reichten bis an die Decke, waren aus dunklem Eichenholz gefertigt und vollgestopft bis obenhin. Sie entdeckte Der Name der Rose, die gesammelten Werke von Agatha Christie, Patricia Highsmiths Zwei Fremde im Zug, Sherlock Holmes.»Ist das nicht wundervoll?« Mrs Potter drehte sich ihr halb zu, während sie den Koffer durch die Eingangshalle bugsierte. »Lord Cliffton sammelt seit vielen Jahren; die schönsten Ausgaben, die größten Schriftsteller der Welt – sie stehen alle hier. Eine besondere Leidenschaft hat er für Kriminalromane. Agatha Christie, Sir Arthur Conan Doyle, Edgar Wallace, Umberto Eco … Auf Belford Castle sind sie alle versammelt.«Minna blickte nachdenklich über die Reihen um Reihen an Buchrücken, die sich auf allen Seiten der Eingangshalle bis hin zur kuppelförmigen Decke erstreckten. Sie verliehen dem Schloss eine düstere Atmosphäre. Es war, als wäre sie aus einer warmen, sommerlichen Welt in eine ganz andere getreten – eine aus Papier und Tinte. Obwohl der Besitzer dieses beeindruckenden Herrenhauses nirgendwo zu sehen war, fühlte es sich an, als würde er sie aus allen Ecken heraus beobachten.



